Wanda Stehr

Uden titel, 2003

Peder Rasmussen im Gespräch über seine Arbeit (Dänisch)
CLAY’s park

Foto: Ole Akhøj

Über das Werk

Die deutsche Keramikerin Wanda Stehr hat eine Installation aus 13 weißen Keramikkugeln geschaffen, die an einem Seil zusammengebunden sind. Das Werk hat keinen Titel, und das ist von Stehr so beabsichtigt. Die Betrachtenden sollen eigene Assoziationen und Gedanken bilden. Deshalb verwendet sie auch keine Farbe, damit die Betrachtenden dem Werk ihre eigenen Farben geben können. Die Farblosigkeit kann so als freier Interpretationsspielraum erlebt werden.

Etwas pur und ohne Assoziationen zu erleben, ist nur schwer möglich. Die meisten denken hier bestimmt an Perlen auf einer Schnur – und von hier aus werden unsere Gedanken weitergesponnen, wie eine Perle nach der anderen, eine kleine Kostbarkeit nach der anderen. Durch die unendliche Form des Kreises gelangen wir

leicht von einer schönen Perle zur nächsten, und dies rundherum. Zugleich gibt es einen Raum innerhalb und außerhalb des Kreises. Vielleicht rahmt der Kreis eine besondere Kraft, die sich spüren lässt, wenn er betreten wird?

 

Hier, in unmittelbarer Nähe zum Meer und dem Kleinen Belt, sind auch maritime Assoziationen naheliegend. Die Kugeln können an schwimmende Bojen an Fischernetzen erinnern. Das andere Element der Skulptur – das solide Seil – erinnert an starke Seeleute, die auf See beständige Knoten knüpfen. Ein Seil kann jedoch für alles Mögliche stehen.

Die Skulptur strahlt etwas Kraftvolles und zugleich Zartes aus. Vielleicht etwas Maritimes? Vielleicht etwas Sakrales?

Das Werk ist bewusst für verschiedene Interpretationen offen gestaltet. Vielleicht steht es für Sie auch für etwas ganz anderes?

 

Wanda Stehr
Uden titel, 2003
Stentøj, nylon

CLAY Keramikmuseums samling

CLAY’s park

Foto: Ole Akhøj