Morten Løbner Espersen
Magma, 2017
CLAY’s park
Foto: Ole Akhøj
Über das Werk
Wenn man verliebt ist, ist man auf eine besonders tiefe Weise berührt. Mit seiner Skulptur möchte der Keramiker Morten Løbner Espersen uns eine ähnliche Erfarhung vermitteln: die Schönheit.
Das Werk basiert auf der archetypischen Form eines großen Behälters, das traditionell einen praktischen und ästhetischen Wert hat. Die Skulptur Magma ist aber eine Neuinterpretation des Wesens eines Behälters. Durch ihre Größe und ihre blasige und lebendige Oberfläche, die aus ganze 11 Schichten Glasur besteht, wird ihre Definition infrage gestellt. Das gesamte Gefäß wirkt wie in Bewegung – ganz anders als unsere gewöhnlichen Vorstellungen von einem Gefäß. Wo verläuft also die Grenze zwischen Oberfläche und Form? Zwischen Prozess und Ergebnis?
Das Werk sieht aus, als könnte es vor unseren Augen zerfließen. Doch es bleibt bestehen – stolz in seiner ausdrucksstarken Pracht.
Løbner Espersen experimentiert seit vielen Jahren mit Glasuren und ist mittlerweile ein Meister auf dem Gebiet. Die chemischen Zusammensetzungen der Glasuren entwickelt er selbst. Der Titel Magma erinnert an einen ausbrechenden Vulkan, und auch die vielen Farbschattierungen wecken Assoziationen zur Geologie: wie ein blubbernder und brodelnder Vulkankrater.
Laut Künstler ist das Schöne unzertrennbar mit dem Hässlichen verbunden – und genau in diesem Kontrast zeigt sich das Unkontrollierbare. Das Gefäß wirkt rau und gewaltig, aber zugleich äußerst sinnlich und faszinierend. Morten Løbner Espersen hat ein Gefäß geschaffen, das eine Art kontrollierte Wildheit ausdrückt – ein bisschen wie beim Verliebtsein.
Morten Løbner Espersen
Magma, 2017
Stentøj og glasur, 114 x ø 88 cm
CLAY Keramikmuseums samling
Donation fra A. P. Møllers Fond
SE VÆRKET
Film: CLAY Keramikmuseum og Tommerup Keramiske Værksted, 2017
CLAY’s park
Foto: Ole Akhøj
