Ingrid Askeland

Delirium DK, 2017

Peder Rasmussen im Gespräch über seine Arbeit (Dänisch)
CLAY’s park

Foto: Ole Akhøj

Über das Werk

Die Oberfläche dieser überdimensionierten Bierflasche ist mit sorgfältig ausgeführten Zeichnungen geziert, die eine lebende Hölle darstellen – ein      wahres Delirium! Die Beine eines cartoonhaften, gruseligen Vogelwesens      verwandeln sich in Baumwurzeln und Menschen, die mehr tot als lebendig scheinen, und die von krabbelnden Bierflaschen umgeben sind. All das spielt sich unter einem ganz normalen Wohnwagen ab.

 

Die Landschaft ist von zahlreichen kopflosen Kreaturen und Alltagsobjekte wie Lastwagen, Häuser und Kräne bewohnt. Eine Person läuft auf einem Laufband und ist in Bewegung aber kommt nicht voran. Gleichzeitig greift ein Raubvogel Drohnen an, und ein Küken verwandelt sich in ein Riesenmonster.

 

Die Künstlerin hat ein nahezu surrealistisches, dystopisches Universum geschaffen. Askeland ließ sich vom Wohnwagen inspirieren, in dem sie während ihres Aufenthaltes an der Keramikwerkstatt Tommerup wohnte. Viele Künstler haben hier übernachtet, wenn sie in der Werkstatt arbeiteten. So hat der Wohnwagen für viele von ihnen eine besondere Bedeutung.

 

Die norwegische Keramikerin Ingrid Askeland modelliert häufig große Bierflaschen, die als Leinwand für ihre skurrilen Zeichnungen dienen. Die Motive erzählen von Exzess und Missbrauch in unserer Gesellschaft. Vielleicht ertränken die Menschen ihre Sorgen im Alkohol und sehen deshalb nicht, was wirklich los ist?

 

Askeland zeigt uns, dass keramische Kunst viel mehr sein kann als Behälter, Gefäße und Vasen. Eine Bierflasche ist ein alltäglicher Gegenstand, der hier aber zur Kunst erhoben wird.

Ingrid Askeland (Norge)
Delirium, 2017

Stentøj, råbrændt, 152 x ø 42 cm
CLAY Keramikmuseums samling

Donation fra A. P. Møller Fonden

Film: CLAY Keramikmuseum og Tommerup Keramiske Værksted, 2017

CLAY’s park

Foto: Ole Akhøj