Betty Engholm
Livsnyderne
Havnefronten
Foto: CLAY Keramikmuseum
Über das Werk
Die beiden liegenden Skulpturen der Bildhauerin und Keramikerin Betty Engholm laden geradezu dazu ein, Platz zu nehmen. Die menschlichen Figuren sind so modelliert, dass sie mit der Liegefläche nahezu verschmelzen. Die meisten Menschen kennen dieses Gefühl – an einem Sommertag beinahe mit dem Liegestuhl im Garten zu verschmelzen oder nach einem langen Arbeitstag auf dem Sofa festzukleben. Engholm ist vor allem für ihre Keramikmöbel bekannt, die geschaffen wurden, um sich darauf zu setzen. Oft bestechen diese durch grafische Schwarz-Weiß-Muster, die womöglich von einem Zebra, den Ästen einer Baumkrone oder einem anderen organischen Ausdruck inspiriert wurden. Sie versteht es, das Sinnliche in ihren Sitzskulpturen hervorzuheben. Diese sind zudem zumeist umgeben von schöner Natur platziert, sodass sie dazu einladen, innezuhalten und die Umgebung auf sich wirken zu lassen – wenn auch nur für einen kurzen Moment.
Engholms Werke werden mit dem Körper wahrgenommen. Oft laden sie auch zu sozialen Interaktionen mit anderen Menschen ein, die diese Werke erleben.
Betty Engholm war eines der Mitglieder der Keramikgruppe Clay Today. Diese Gruppe setzte sich dafür ein, der Keramik einen Platz in der Kunstgeschichte einzuräumen, der anderen Kunstformen gleichgestellt ist. Unter anderem hat die Gruppe die Einrichtung des Keramikmuseums in Middelfart initiiert. Das Museum wurde 1994 eröffnet und nach einer umfangreichen Erweiterung im Jahr 2015 in CLAY Keramikmuseum umbenannt – eine Anspielung auf die engagierte Gruppe Clay Today.
Betty Engholm
Livsnyderne, ca. 2000-2001
Stentøj
CLAY Keramikmuseums samling
Havnefronten
Foto: CLAY Keramikmuseum
